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Aktiv
sein trotz einer Herzkrankheit
Bewegung
unterstützt die Therapie nach Herzinfarkt
Von Karl
Heinz Bleß
„In diesem
Jahr werden Bewegungsmangel und Übergewicht in den Statistiken der
vermeidbaren
Todesursachen erstmals vor dem Rauchen auf Platz eins stehen“, leitete
Dr.
Stephan Gielen vom Herzzentrum der Universität Leipzig Anfang
April 2005 sein Referat ein. Er sprach vor Ärzten aus dem Raum Bad
Lauterberg im
Rahmen einer Fortbildung in der Kirchberg-Klinik unter der Leitung von
Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger. Die körperliche Aktivität
werde deshalb an Bedeutung in der Prävention und Therapie bei
Herzerkrankungen
zunehmen.
Vertraten
die meisten Ärzte vor zehn Jahren noch die Meinung, nach einem
Herzinfarkt
solle sich der Betroffene schonen und jede Anstrengung vermeiden,
belegen viele
klinische Studien inzwischen, dass der umgekehrte Weg der bessere ist,
vor
allem, wenn sich der Patient gesundheitlich wieder stabilisiert hat. Es
sei
nachgewiesen, so der Referent, dass Ausdauersport die körperliche
Belastbarkeit
verbessert, die Durchblutung fördert und den Gesundungsprozess
insgesamt
positiv beeinflusst.
Auch
Patienten mit chronischer Herzschwäche sollten im Gegensatz zur
früheren
medizinischen Lehrmeinung körperlich aktiv sein, belegten neuere
wissenschaftliche Studien. Selbst wenn das Herz nicht gestärkt
wird, sei doch
nachzuweisen, dass sich die Funktion der Innenwand der Adern
verändert. Der
Forscher berichtete, dass unter dem Elektronenmikroskop zu erkennen
sei, dass
die Innenwand ihre Struktur verändere, so dass der Blutfluss
besser werde und die
Gefäße sich sogar erweitern könnten. Bei gleicher
Leistung erreiche das Herz so
mehr. Entsprechend verbessere sich der körperliche Zustand und
damit auch das
Allgemeinbefinden des Patienten.
Wer
trotz
Herzschwäche aktiv bleibt, der wirkt einem Folgeprozess der
Krankheit entgegen,
erläuterte Herzspezialist Gielen. Ist die Funktion des Herzmuskels
eingeschränkt, wirke sich das bald auf viele Organe aus. Man werde
empfindlicher
für Entzündungen, der Stoffwechsel werde negativ beeinflusst,
einzelne Zellen
könnten absterben. Auch die Skelettmuskulatur werde mit in den
Prozess einbezogen.
Diesen Krankheitsverlauf
kann man durch Ausdauertraining beeinflussen,
haben
Forscher inzwischen erkannt. Nach einjährigem Training gehe die
krankheitsbedingte
Vergrößerung des Herzens messbar zurück und die
Pumpleistung könne sich sogar
leicht steigern. Weil beim Sport mehr Sauerstoff in den Körper
aufgenommen
wird, nehme die körperliche Leistungsfähigkeit zu. Die
Skelettmuskeln werden
gestärkt und ihre krankhafte Veränderung gehe zurück,
die Auszehrung der
Muskeln werde gestoppt.
Körperliche
Aktivität und gezieltes Training ist für Herzpatienten mehr
als eine
Rehabilitationsmaßnahme, so das Fazit des Gastreferenten. Sie
unterstütze die
Therapie insgesamt in deutlichem Maße, wie viele neuere
Untersuchungen zeigten.
Außerdem: Wer trainiert, übernimmt selbst Verantwortung
für seine Gesundheit.
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