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Keine
Komplikationen bei Patienten
mit neuem Herzklappensystem
Joachim
Hossfeld geht es gut. Der 71-Jährige steht in seinem
Tapetengeschäft in
Braunschweig und geht wieder ganz normal seiner Arbeit nach. Die
Nachbehandlung
in der
Kirchberg-Klinik hat ihm offenbar gut getan.
Das
Besondere bei Joachim Hossfeld: Er hat seit November eine
künstliche
Herzklappe, die weltweit zum ersten Mal nach einem besonderen Verfahren
eingesetzt wurde. Die Herzklappe wurde nicht wie üblich in sein
Herz eingenäht,
sondern geklammert.
Die
Herz- und Gefäßchirurgie macht derzeit große
Fortschritte. An der Entwicklung
ist auch Privatdozent Dr. Wolfgang Harringer beteiligt, der Chefarzt
für Herz-,
Thorax- und Gefäßchirurgie in Braunschweig. Der
Braunschweiger Chirurg wagte
als erster, einem Menschen eine Herzklappe mit millimeterkleinen
Klammern ins
Herz zu tackern anstatt anzunähen.
Vorher war dieses in
Kalifornien entwickelte
Verfahren (Arbor Trilogy Aortic Valve System) nur an Tieren und an
Leichen
getestet worden. Der Vorteil des neuen Verfahrens: Die kritische
Operationsphase kann um die Hälfte auf eine Viertelstunde
verkürzt werden. Das
ist die Zeit, in der das Blut vorübergehend mit einer
Herz-Lungen-Maschine
durch den Körper gepumpt und der Patient künstlich beatmet
wird, weil das
offene Herz für den Eingriff stillgelegt wurde. Je länger
diese Zeit andauert,
desto belastender ist die Operation für den Patienten.
Der zweite
Vorteil
dieses Herzklappensystems ist, dass der Bewegungsablauf beim
Öffnen und
Schließen der Herzklappe dem natürlichen Ablauf näher
kommt als bei derzeit
verfügbaren eingenähten biologischen Herzklappen,
erläuterte Chirurg Harringer
in einem Pressegespräch.
Kurze
Zeit nach der Operation kam der Braunschweiger Herzpatient Hossfeld
routinemäßig
zur Nachbehandlung in die Kirchberg-Klinik nach Bad Lauterberg. In
diesen vier
Wochen erholte er sich so gut, dass er zwei Tage nach seiner Entlassung
schon
wieder hinter dem Verkaufstresen seines Tapetengeschäftes stand.
„Ich fühle
mich gut, mir geht es sehr gut“, sagte er Anfang des Jahres, zwei
Monate nach
dem Eingriff, in einem Gespräch. In diesem Jahr wird er noch drei-
bis viermal
zur Untersuchung in die Braunschweiger Klinik gehen, wo per Ultraschall
eine
Kontrolle der Herzklappe vorgesehen ist, berichtete er.
Vom kommenden
Jahr an ist nur noch eine Kontrolluntersuchung pro Jahr vorgesehen.
(siehe auch: Aktuelle
Aspekte der Herzchirurgie (Mai 2002)
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