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Durchblutungsstörungen
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Ursache für
Durchblutungsstörungen: die Arteriosklerose Von
Dr. Ernst Knoglinger Der Mensch ist so alt wie seine
Gefäße – diese Bahn brechende Erkenntnis des Heidelberger
Internisten Professor Gotthard Schettler hat bis heute ihre
Gültigkeit behalten. Nur ein gut durchbluteter Körper kann
normal funktionieren. Denn alle Organe unseres Körpers bekommen
die Energie, die sie für ihre Funktion brauchen, über die
Blutgefäße – genauer gesagt über die Arterien
(Schlagadern) – zugeführt. Kommt es zu Ablagerungen in den
Gefäßen, die die Arterien verengen oder verschließen,
so bezeichnen wir diese Erkrankung allgemein als Arteriosklerose.
Weniger bewusst ist den meisten Betroffenen, dass sich oft auch in den Schlagadern anderer Organe Engstellen befinden, denn die Arteriosklerose macht meistens nicht an der Grenze eines Organs Halt. Zwar sind bei weitem nicht alle Organe so empfindlich gegenüber Durchblutungsstörungen wie das Herz. Zumindest zwei gefährdete Regionen des Körpers sollten aber immer ebenfalls auf Durchblutungsstörungen überprüft werden, wenn eine Herzkranzgefäßerkrankung vorliegt: das ist einerseits die Durchblutung des Gehirns, weil dort ein Gefäßverschluss zu einem Schlaganfall führen kann und andererseits die Durchblutung der Beine, weil dort die arterielle Verschlusskrankheit droht (AVK, im Volksmund "Raucherbein" genannt, obwohl auch Nichtraucher betroffen sein können). Woher kommt die Arteriosklerose? Ablagerungen in den Schlagadern, die
zu Engstellen führen, können verschiedene Ursachen haben.
Meistens liegt eine gewisse erbliche Veranlagung in Kombination mit
einem oder mehreren Faktoren vor, die wir Risikofaktoren nennen. Die Risikofaktoren wirken sich in allen Körperregionen schädlich aus, aber anscheinend mit unterschiedlicher Stärke. So ist der stärkste Risikofaktor für das Herz die Fettstoffwechselstörung (erhöhtes LDL-Cholesterin und/oder niedriges HDL-Cholesterin), für das Gehirn ist der Bluthochdruck am schädlichsten und für die Beine ist das Rauchen der stärkste Risikofaktor (daher auch die Bezeichnung "Raucherbein"). Durchblutungsstörung des Gehirns – Schlaganfallgefahr Wenn ein Teil des Gehirns komplett
von der Durchblutung abgeschnitten ist, seine Funktion verliert und
abstirbt, spricht man von einem Hirninfarkt. Ein Hirninfarkt ist
schmerzlos und äußert sich durch unterschiedliche Symptome,
die im Volksmund als Schlaganfall bezeichnet werden: zum Beispiel durch
Störung der Bewegungsfähigkeit (Lähmungen), des
Sehvermögens (Ausfälle von Teilen des Gesichtsfeldes) der
Berührungs- oder Schmerzempfindung (Taubheit von
Körperteilen) oder des Bewusstseins (Bewusstseinstrübung,
Koma), je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Selten
treten vor einem Schlaganfall Warnsymptome auf (Beschwerden wie bei
einem Schlaganfall, die aber nach kurzer Zeit von alleine wieder
verschwinden), spätestens dann müssen rasch die Hirn
versorgenden Arterien auf Engstellen überprüft werden. Die Hirn versorgenden Arterien können schonend und völlig schmerzfrei mit dem Farbdoppler-Ultraschall untersucht werden. Mit unseren modernen Geräten können bereits kleinste Ablagerungen in der Größenordnung eines zehntel Millimeters entdeckt werden. Solche Ablagerungen behindern noch nicht den Blutfluss, können aber der erste Beweis sein, dass ein Patient von einer Arteriosklerose betroffen ist. Deshalb wird diese Untersuchung auch als Arteriosklerose-Suchtest bezeichnet. Wenn bereits stärkere Ablagerungen bzw. Einengungen bestehen, wird der Blutdurchfluss genau gemessen und so festgestellt, ob bereits eine Schlaganfallgefahr besteht. Die Gefahr kann dann durch eine Gefäßoperation abgewendet werden oder durch einen Kathetereingriff (Ballondehnung und Stentimplantation), den allerdings nur ein für solche Eingriffe hoch spezialisierter Arzt durchführen sollte. In jedem Fall sollten gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Aspirin) eingenommen werden, um zu verhindern, dass es in einer Engstelle durch Blutgerinnung zum vollständigen Verschluss kommt. Verschlusskrankheit der Beinarterien – die Schaufensterkrankheit Sind die Beinarterien durch die
Arteriosklerose verengt, so macht sich das zuerst durch Schmerzen in
den Muskeln bei Anstrengung bemerkbar. Typisch sind Schmerzen in den
Waden, die nur beim Gehen auftreten und in Ruhe wieder verschwinden.
Seltener treten die Schmerzen in der Fußsohle, im Oberschenkel
oder auch in der Gesäßmuskulatur auf, auch hier nur
während Belastung, nicht in Ruhe. Die Betroffenen müssen beim
Gehen immer wieder anhalten bis ihre Schmerzen zurückgehen. Auf
der Straße bleiben sie gerne vor Schaufenstern stehen, damit ihr
häufiges Anhalten nicht auffällt – deshalb wird die
Erkrankung auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Erst wenn die
Krankheit weiter fortschreitet, lassen sich die Schmerzen durch Ruhe
nicht mehr unterbrechen. Dann ist Gefahr im Verzug. Wenn jetzt nicht
behandelt wird, kann Gewebe absterben und bei Fortbestehen des
Durchblutungsmangels droht schließlich die Amputation. Was kann der Arzt tun? Auch die Beinarterien lassen sich optimal mit dem Farbdoppler-Ultraschall untersuchen. Genau wie bei den Hirn versorgenden Arterien lassen sich alle Veränderungen von der kleinsten Ablagerung bis zur hochgradigen Einengung oder zum Verschluss feststellen und der Blutfluss kann genau gemessen werden. Zu Beginn der Erkrankung kann versucht werden, die Durchblutung und die Gehfähigkeit durch richtig dosiertes Training zu verbessern. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann durch einen Kathetereingriff (Ballondehnung) oder durch eine Gefäßoperation (operative Gefäßerweiterung oder Bypass) die Durchblutung wieder hergestellt werden. Auch bei der Verschlusskrankheit der Beinarterien sollten aus den oben genannten Gründen in jedem Fall gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Aspirin) eingenommen werden. Übrigens sind die Beinarterien oft als erstes von der Arteriosklerose betroffen - wer die Schaufensterkrankheit hat, hat oft auch eine Herzkranzgefäßerkrankung.
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