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Mittelmeerkost
– die gesündeste Ernährung?
Was ist von der
Atkins-Diät und "low carb" zu halten? Von
Dr. Ernst Knoglinger Im Frühjahr haben sie wieder
Hochkonjunktur – die Schlankheits-Diäten, die einem die Idealfigur
ohne Hungern versprechen. Kaum eine Zeitschrift, die dieses Thema
ausspart. Aber gibt es wirklich jedes Jahr neue
Erkenntnisse zum Thema gesunde Ernährung? Sicherlich nicht, denn
es gab von jeher eine Vielzahl von Möglichkeiten, rasch ein paar
Pfunde abzunehmen. Von der Null-Diät über FdH bis hin zu den
verschiedensten Spezial-Diäten, die in leichter Abwandlung alle
Jahre wieder populär werden. Alle haben ein Problem: wenn die
Diät zu Ende ist, kommen die Pfunde rasch wieder (so genannter
Jojo-Effekt) und oft ist nach ein paar Monaten das Gewicht höher
als vor der Diät.
Neues zur „Atkins-Diät“ Weil Abnehmen so schwierig ist, erregen Außenseitermethoden immer wieder viel Aufsehen. So wurde in den letzten Jahren wieder die Frage aufgeworfen, ob nicht anstelle des Fettes die Zuckerstoffe (Kohlenhydrate) stärker beschränkt werden sollten. Diesen Weg hatte bereits Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts der amerikanische Kardiologe Dr. Robert Atkins vorgeschlagen. Wegen des hohen Gehalts an schädlichen Fetten war die „Atkins-Diät“ aber in Fachkreisen auf breite Ablehnung gestoßen. Sein Kollege Dr. Arthur Agatston hat dieses Grundprinzip kürzlich wieder aufgegriffen und mit seinem Buch „Die South Beach Diät“, das im Jahr 2003 in Amerika erschienen ist, eine neue "low carb"- Welle ausgelöst. Low carb heißt auf Deutsch wenig Kohlenhydrate – der Begriff wurde rasch zu einem Schlagwort, das die Nahrungsmittelindustrie vermarktet hat. Mit Low-carb-Produkten wird in Amerika bereits viel Geld verdient – auch von Dr. Agatston. Seine South-Beach-Diät beinhaltet aber mehr als nur eine Beschränkung der Zuckerstoffe. Er unterscheidet zwischen schädlichen Zuckern, die rasch ins Blut übergehen (z. B. reiner Zucker, Kohlenhydrate in Weißbrot – aber auch Zucker in frischem Obst) und weniger schädlichen Zuckern, die nur langsam ins Blut übertreten. Die South-Beach-Diät unterscheidet aber auch zwischen schädlichen (ungesättigten) Fetten und unschädlichen (mehrfach ungesättigten) Fetten. Befolgt man die Diät genau, so wird auch schädliches Fett gemieden und es ergibt sich eine durchaus vernünftige Ernährung – mit Ausnahme des zu strengen Verbots von Kartoffeln und frischem Obst. So urteilen Ernährungs-Experten Die überwiegende Anzahl
deutscher und internationaler Experten ist nicht der Ansicht, dass die
Atkins-Diät oder ihre neuere Variante, die South Beach Diät,
Vorzüge im Vergleich zur fettarmen Ernährung hat. Eine
vollwertige Ernährung hat schon seit jeher berücksichtigt,
dass reiner Zucker ungesund ist und das zum Beispiel weißes Mehl
ungesünder ist als ein Vollkornprodukt. Zwar zeigte eine
seriöse wissenschaftliche Vergleichsstudie, dass nach sechs
Monaten Atkins-Diät die Gewichtsabnahme ähnlich wie unter
fettarmer Ernährung verlief. Es liegen aber keinerlei
Langzeit-Ergebnisse für den Nachweis einer dauerhaften
Gewichtsabnahme vor – und gerade darauf käme es an. Die fettarme
Ernährung, wie wir sie verstehen, ist eigentlich eine
fettmodifizierte („fettveränderte“) Kost, die nicht nur die Menge,
sondern auch die Beschaffenheit der Fette (tierisch – pflanzlich,
gesättigt – ungesättigt) berücksichtigt. Weil dies der
Ernährung in den Mittelmeerländern ähnelt, wird sie auch
als "Mittelmeerkost" bezeichnet. Für die Mittelmeerkost ist
wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie nicht nur zu einer
Gewichtsabnahme, sondern vor allem zu einer Abnahme von Herzinfarkten
und Herz-Todesfällen um bis über 50 Prozent führt.
Derartige Nachweise liegen für keine Atkins-Diät oder "low
carb" Ernährung vor. Deshalb schließen wir uns in der
Kirchberg-Klinik der Expertenmeinung an und empfehlen in den meisten
Fällen die fettmodifizierte Mittelmeerkost.
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