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Über Fieber,
Marcumar, Biofilm und
Bakterien
600
Marcumar-Anwender erfuhren mehr über ihre
Therapie Von
Karl
Heinz Bleß
Bakterien
benötigen für ihre Entwicklung eine dünne feuchte
Schicht mit den für sie
nötigen Nährstoffen, einen so genannten Biofilm. Haben sie
sich einmal darauf
festgesetzt, vermehren sie sich sehr schnell. Solche Biofilme
können sich leicht
an Kathetern, Implantaten oder künstlichen Herzklappen bilden,
erklärte
Professor Bautsch. Ob sie sich bilden, hänge von vielen Faktoren
ab. Das
Material spiele dabei eine große Rolle, so der Wissenschaftler. Verschiedene
Bakterien gelten als Endokarditis-Erreger. Um sie gezielt mit einem
Antibiotikum bekämpfen zu können, muss man zunächst das
Bakterium
identifizieren. Dazu entnimmt man Blut beim erkrankten Patienten und
gibt es
auf eine Nährbouillon. Im Labor entwickelt sich dann innerhalb von
ein bis 21 Tagen
eine Bakterienkultur, die man sehen und deren Struktur unter einem
Mikroskop
erkennen kann. Wenn man nun verschiedene Antibiotika an verschiedene
Stellen
der Kultur gibt, erkennt man, welches Antibiotikum wirkt und gegen
welches die
Bakterien resistent sind. Daraus kann ein Mediziner nun das wirksamste
Medikament für die Therapie ableiten. Wechselwirkungen von Antibiotika und
Marcumar In einem
weiteren Vortrag erläuterte Oberärztin Dr. Barbara Bialucha-Nebel die
Wechselwirkungen von Antibiotika und Marcumar. Marcumar ist ein
Medikament zur
Blutverdünnung für Herzklappenpatienten, welches sie ein
Leben lang einnehmen
müssen, um Thrombosen an der mechanischen Herzklappe vorzubeugen.
Der
Marcumar-Bedarf kann nach der Einnahme eine Antibiotikums sinken,
erläuterte
sie. Denn der größte Teil des Marcumars bindet sich an
Plasmaeiweiß und ist
damit wirkungslos. Nur der Rest von etwa zwei Prozent bleibt frei und
wirkt
gerinnungshemmend. Da sich Antibiotika ebenfalls an das
Plasmaeiweiß binden,
bleibt mehr freies und damit wirksames Marcumar im Blut, sodass der
Bedarf
sinkt. Allerdings,
so die Referentin, müsse man bedenken, dass Menschen mit Fieber
weniger essen,
bei Durchfall auch das für Marcumar-Patienten so wichtige Vitamin
K
ausgeschieden wird. Darum müsse der Gerinnungswert des Blutes
öfter als normal kontrolliert
werden und die Marcumardosis angepasst werden, damit der Zielwert
erreicht
wird. Etwa drei Tage nach der Antibiotika-Therapie, die bei
Endokarditis bis zu
sechs Wochen dauern kann, sei der Marcumar-Bedarf in der Regel so wie
vor der
Therapie.
(siehe auch: Die Krankheit bekämpfen – nicht das Fieber)
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