Bluthochdruck haben vor allem Diabetiker

Neue Therapien bei  Bluthochdruck – Ärztefortbildung  in der Kirchberg-Klinik

Von Karl Heinz Bleß

Um die Therapie von Bluthochdruck und nach einem Schlaganfall ging es bei einer Ärztefortbildung in der Kirchberg-Klinik, zu der Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger drei Referenten eingeladen hatte: Dr. Stephan Schmidt-Schweda vom Zentrum innere Medizin der Universität Göttingen, Abteilung Kardiologie und Pneumatologie, Chefarzt Dr. Rudolf Brodhun und Oberarzt Dr. Matthias Rohrberg aus der Schildautalklinik in Seesen.

Dr. Stephan Schmidt-SchwedaIm ersten Vortrag über die Behandlung von Bluthochdruck erinnerte Dr. Schmidt-Schweda seine Kolleginnen und Kollegen daran, dass es nicht nur um Hochdruckwerte geht, die zu senken sind. Denn der hohe Blutdruck stehe in der Regel im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen: kann Folge sein, ist aber auch Risikofaktor für andere Erkrankung. Die größte Gruppe der Hochdruckpatienten seien mit etwa 80 Prozent Diabetiker.

Früher habe man dafür plädiert, zunächst den Blutdruck in den Griff zu bekommen, um sich dann den anderen Erkrankungen zuzuwenden. Heute wisse man aus zahlreichen Untersuchungen, dass die Kombination verschiedener Wirkstoffe sinnvoll sein kann, je nach Erkrankung. Der Referent stellte mehrere Wirkstoffe vor und erläuterte die Vor- und Nachteile.

Als „erschreckend“ wertete der Kardiologe den Erfolg der Therapie: nur rund 22 Prozent der Patienten in Deutschland hielten ihre Blutdruckwerte im Zielbereich. Zu bedenken sei dabei, dass die Blutdruck senkenden Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen haben, die sich bei einer höhere Dosis erheblich verstärkten. Da es Menschen mit Bluthochdruck aber subjektiv nicht schlecht gehe, setzten sie die Medikamente relativ oft ab. Bei einer neueren Wirkstoffgruppe, den Sartanen, gebe es zwar keine spürbaren Nebenwirkungen zeigten, dafür aber erst langfristig wirkten. Hier setzten Patienten die Medikamente selbstständig ab, weil sie überhaupt keine Wirkung verspürten. Aber Bluthochdruck erhöhe das Risiko eines Schlaganfalls deutlich. Chefarzt Dr. Knoglinger berichtete hierzu, dass nach einer Rehabilitation in der Kirchberg-Klinik mehr als 80 Prozent der Patienten mit optimaler Blutdruckeinstellung entlassen werden.

 
Zum Bericht über neue Therapien bei Schlaganfall (2. Teil der Vortragsveranstaltung).

(s. auch: Bluthochdruck steigt weltweit dramatisch)


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