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Neue
Therapien bei Schlaganfall
Ärztefortbildung
in der Kirchberg-Klinik
Von
Karl
Heinz Bleß
Um die
Therapie von Bluthochdruck und nach einem Schlaganfall ging es
bei einer Ärztefortbildung in der Kirchberg-Klinik, zu der
Chefarzt Dr. Ernst
Knoglinger drei Referenten eingeladen hatte: Dr. Stephan
Schmidt-Schweda von
der Universität Göttingen, Chefarzt Dr. Rudolf Brodhun und
Oberarzt Dr.
Matthias Rohrberg aus der Klinik für Neurologie und
Neuropsychatrie, Schildautal Seesen.
Nachdem Dr.
Schmidt-Schweda über die Behandlung von Bluthochdruck referiert
hatte, ging es im zweiten Teil der Veranstaltung um die
Behandlung von Schlaganfall, einem Aderverschluss im Gehirn. Dadurch
drohen nicht
mehr mit Blut versorgte Teile des Gehirns abzusterben, ähnlich wie
bei einem
Herzinfarkt Gewebe im Herzmuskel abstirbt. In der Seesener
Schildautalklinik
gibt es für Schlaganfall-Patienten eine spezielle Intensivstation
(Stroke
Unit), in der gut geschultes Personal mit einer entsprechenden
technischen
Ausstattung routiniert die besonderen Erkrankungen rund im den
Schlaganfall
erkennt und behandeln kann. Wie Chefarzt Dr. Rudolf Brodhun
erläuterte, ist
nach einem Schlaganfall eine schnelle Reaktion der Therapeuten
nötig. Nur
wenige Stunden bleiben, um dauerhafte Behinderungen zu vermeiden oder
zumindest
abzumildern. Und die Rehabilitation müsse sofort beginnen. War man
früher der
Ansicht, dass man einem Schlaganfallpatienten zunächst einmal Ruhe
gönnen
sollte, treten im Stroke Unit neben den Ärzten die
Krankengymnasten,
Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden noch am gleichen
Tag in Aktion,
denn das Risiko für einen erneuten Schlaganfall sei vom 2. bis zum
5. Tag
danach besonders hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten
gezeigt, dass
selbst noch nach fünf Jahren ein deutlich verbesserter
Krankheitsverlauf
nachzuweisen ist, wenn die Rehamaßnahmen sofort beginnen.
Für die Ärzte gelte
es aber zuvor, mit Hilfe einer Computertomographie die genaue Ursache
für den
Schlaganfall zu ergründen. Denn die Ursache für eine
plötzliche Unterversorgung
des Gehirns mit Blut könne auch außerhalb des Kopfes liegen,
ebenso dürfe eine
Hirnblutung nicht übersehen werden.
„Man muss
schnell sein beim Schlaganfall“ unterstrich anschließend Oberarzt
Dr. Rohrberg
aus Seesen. Anhand von Bildern aus der Computertomographie
erläuterte er die
Gründe. Bei einem Schlaganfall stirbt ein Teil des Hirns ab, der
Infarktkern.
Um diesen Kern bildet sich eine Randzone, die er als „Halbschatten“
bezeichnete. In diesem Bereich wird das Gehirn nur noch unzureichend
mit Blut
versorgt. Der Körper schafft es eine Weile, die Funktionen
aufrecht zu
erhalten. Geschieht aber nichts, ist das nicht mehr möglich und
auch dieser
Bereich des Gehirns stirbt ab mit der Folge, dass schwerste
Behinderungen
dauerhaft eintreten oder der Patient sogar stirbt. Drei Stunden Zeit
bleiben
den Ärzten und Therapeuten, die Blutversorgung des „Halbschattens“
zu
verbessern, im günstigsten Fall sechs Stunden. Danach sind die
Schäden
irreparabel.
Große
Infarkte haben zudem ein großes Blutungsrisiko, erläuterte
Rohrberg weiter. Im
Bereich des Infarktes kann es einbluten. Die Ärzte müssen
sich bei der Therapie
immer dieses Risikos bewusst sein. Ein wichtiger Ansatz sei deshalb,
möglichst
rasch den Blutdruck abzusenken.
Zum 1. Teil der Veranstaltung: Neue Therapien bei Bluthochdruck
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