
Ist Sport für am Herzen erkrankte Menschen sinnvoll oder sollen sie sich lieber schonen? Und wenn Bewegung, welche Sportarten sind zu empfehlen? Fragen, die sich jeder Herzerkrankte stellen wird, wenn er wieder fit werden will.
Die
Bewegungstherapie herzerkrankter Patienten entwickelte sich seit den
70er
Jahren. Vorausgegangen waren Studien in den späten 50er und 60er
Jahren,
die belegten, dass Menschen mit Bewegungsmangel viel häufiger eine
Herzerkrankung entwickelten und zudem ein größeres Risiko
hatten,
an einer aufgetretenen Herzerkrankung zu sterben als vorher trainierte
Patienten. In den weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass
körperlich
angepasstes Training einige der wichtigsten Risikofaktoren für die
Entstehung von Patienten senkt: die Blutzuckerspiegel, das
LDL-Cholesterin
sinkt, das besonders verantwortlich ist für
Gefäßveränderungen,
und das schützende HDL steigt. Denn bei regelmäßigem
Ausdauertraining
sinkt allmählich die Herzfrequenz. Deshalb hat das Herz für
die
Eigendurchblutung sehr viel mehr Zeit und kann ökonomischer
arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Effekt betrifft die Muskulatur: Unter chronischer Beanspruchung werden Muskelzellen leistungsfähiger und verbrauchen weniger Sauerstoff und Energie. Dies alles kommt dem gesamten Leistungsvermögen und dem Wohlbefinden sehr entgegen.
Die
ersten Untersuchungen über die Frühmobilisation herzkranker
Patienten
zeigten, dass die Herzpatienten durch diese Bewegung nicht
gefährdet
wurden. Im Gegenteil: man konnte medizinische Komplikationen vermindern
und den Patienten trotz Herzerkrankung ihr Selbstbewusstein
wiedergeben.
Außerdem konnte eine viel höhere Rate von Patienten in das
Berufsleben
zurückkehren.
Wichtige ist dabei, dass das individuelle Bewegungsprogramm an das Leistungsvermögen des Patienten angepasst wird sowie die Auswahl geeigneter Sportarten. Grundsätzlich sind alle Patienten nach Herzinfarkt, Herzentzündung, Herzkranzgefäßaufweitung oder -operation, Herzklappenoperation, Schrittmacher-Patienten und auch Herztransplantierte für eine Herzsportgruppe geeignet, wenn die akute Krankheitsphase überwunden ist. Außerdem sollten Blutdruck und etwaige Herzrhythmusstörungen medikamentös gut behandelt sein.
Generell werden für Herzkranke „dynamische Belastungsformen“ empfohlen, solche Belastungsformen, bei denen sich Muskelgruppen zusammenziehen und entspannen, ohne dass die Muskelspannung stark zunimmt. Günstig ist zum Beispiel das Laufen. Ungünstig hingegen sind Belastungsformen, bei denen durch die Muskulatur reine Haltearbeit geleistet werden muss, ohne dass der Muskel sich regelmäßig an- und entspannt, die sogenannte isometrische Belastung. Dazu zählen beispielsweise das Gewichtheben und andere Formen des Bodybuildings. Ungünstig sind Wettbewerbs- oder Spielsituationen, in denen der Herzsportler beginnende Überlastungsreaktionen nicht oder nur sehr stark verzögert wahrnimmt.
Welche
Sportarten sind nun besonders geeignet? Gehen, Laufen, Wandern,
Bergwandern stellen das ideale Kreislauftraining dar. Auch Radfahren
ist günstig, sofern nicht extreme Steigungen bewältigt werden
müssen. Schwimmen und Ski-Langlauf sind bei guter Technik
ebenfalls
sehr empfohlene Sportarten. Grundlage für die Ausübung all
dieser
Bewegungstherapien ist die Gymnastik, die zum Aufwärmen und zur
Verbesserung
der Ausdauer eine gute Basis bildet. Von den Spielen eignen sich
Prellball,
Faustball und bei geeigneter Technik auch Volleyball sehr gut für
Herzerkrankte.
Weniger geeignet sind leistungsmäßig betriebenes Rudern, alpiner Skilauf, Tennis, Squash, Badminton, all diese Sportarten können jedoch mit abgewandelten Regeln bei guter Technik und in Maßen von sportgewohnten Patienten weiter betrieben werden. Reines Bodybuilding und Gewichtheben sind in jedem Fall ungünstig.
Besonders sinnvoll
wäre
ein tägliches oder zumindest dreimal wöchentliches Training
von
wenigstens 20 Minuten. In der ersten Phase nach der akuten Erkrankung
ist
in jedem Fall das Training innerhalb einer ärztlich
überwachten
Herzgruppe die beste Lösung, später sind eigene
Trainingsprogramme,
die sich idealerweise an einer vom Arzt ermittelten
Trainingsherzfrequenz
orientieren, möglich.
siehe
auch: Tennis für gutbelastbare
Herzkranke?
siehe auch: Hohe Auszeichnung für Herz-Handy und
EKG-T-Shirt
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