
Tipps in Kürze:
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Wichtig ist hierbei, die richtige Sportart auszuüben. Und wie bei der Einnahme von Medikamenten kommt es auf die richtige „Dosis“ an. Eine „Überdosierung“ könnte zu Schaden führen. Koronarsport in einer ambulanten Herzgruppe ist in diesem Zusammenhang die beste und sicherste Möglichkeit, das „Medikament Sport" in der richtigen Dosis einzunehmen. Viele Erkrankte aber wollen zusätzlich individuell aktiv werden oder möchten alte sportliche Vorlieben fortsetzen.
Grundsätzlich
sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren den Wettkampf-
oder Kraftsportarten vorzuziehen, da sich ihre Belastungsintensität
besser steuern lässt. Für günstige Effekte auf Stoffwechselvorgänge
mit langfristiger Verbesserung von Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck
und Übergewicht sollten die Aktivitäten mindestens eine halbe
Stunde andauern und drei- bis viermal in der Woche wiederholt werden. Die
Belastungsintensität kann dabei relativ niedrig sein und orientiert
sich an der so genannten „anaeroben Schwelle“. Das ist die Belastungsintensität,
bei der die von der Muskulatur benötigte Sauerstoffmenge unmittelbar
durch die Atmung gedeckt werden kann. Gerät man bei der Belastung
„außer Atem", ist diese Schwelle überschritten.
Demnach sind solche beliebten
Sportarten wie Fußball oder Tennis als ungünstig anzusehen,
weil man im Wettkampf leicht dazu neigt, über diese Schwelle hinauszugehen
und damit schädliche Belastungsintensitäten erreicht. Dieser
Umstand führt dazu, dass viele Ärzte ihren Herzpatienten von
der Ausübung dieser Sportarten strikt abraten. Dass dies zumindest
für das Tennis nicht grundsätzlich gelten muss, konnte eine kürzlich
in der Fachzeitschrift Herz/ Kreislauf veröffentlichte Studie zeigen.
Untersucht
wurden wichtige Herz/Kreislaufparameter wie Blutdruck, Puls und Herzrhythmus
während des Tennisspiels. Dabei wurden fünf verschiedene Spielvariationen
miteinander verglichen, um die Spielform herauszufinden, die der Idealform
eines gut dosierten Ausdauertrainings am nächsten kommt. Es wurden
Einschlagen und Match mit jeweils einem oder vier zur Verfügung stehenden
Bällen sowie Doppelmatch mit vier Bällen miteinander verglichen.
Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Untersuchung war, dass es sich bei
den Herzpatienten um geübte Tennisspieler mit ebenfalls geübten,
etwa gleichstarken Partnern handelte. Darüber hinaus musste eine allgemein
gute Belastbarkeit bestehen. In einem zuvor durchgeführten Belastungs-EKG
wurden mindestens 75 Watt geleistet. Die durchschnittliche Belastbarkeit
der Teilnehmer lag bei 138 Watt.
Als Resultat zeigte sich, dass im Einzelspiel mit nur einem zur Verfügung stehenden Ball beim Match und noch mehr beim einfachen Bälleschlagen die günstigeren Belastungen auftraten. Die Spieler mit nur einem Ball spielten automatisch sicherer und langsamer, um den Ball länger im Spiel zu „halten". Außerdem ergaben sich häufiger Verschnaufpausen, da der Ball nach jedem Ballwechsel aufgesucht werden musste. Das Doppel mit vier Bällen schnitt am ungünstigsten ab.
Die Autoren ziehen den Schluss, dass Tennis, insbesondere in den ausdauerbetonten Spielformen, auch in der Rehabilitation gut leistungsfähiger Herzkranker empfohlen werden kann. Voraussetzung ist zur Risikoabschätzung die übliche kardiologische Funktionsdiagnostik, insbesondere Echo, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG. Außerdem sollte der Patient unter Belastung beschwerdefrei sein. Bei Herzklappenpatienten wird zusätzlich eine Stress-Echokardiografie empfohlen, um die belastungsabhängigen Blutflusseigenschaften über die erkrankte oder künstliche Herzklappe, die bestimmte Grenzwerte nicht übersteigen sollten, festzustellen.
siehe
auch: Sport treiben trotz des kranken
Herzens? (1/2000)