
Der Gastreferent stellte die Besonderheiten des Marcumarpatienten beim Urologen heraus. Entzündungen an der Blase, der Harnröhre, der Nieren oder der Prostata können Blutungen auslösen, die wegen der Gerinnungshemmung deutlicher ausfallen. Gleiches gilt für Steinerkrankungen. Selbst glatte Steine, die ein Betroffener selbst nicht bemerkt, können Blutungen auslösen, die sehr deutlich und deshalb beunruhigend wirken. Immer sei eine genaue Untersuchung beim Urologen angebracht, erläuterte Becker, denn die Ursache müsse klar sein, bevor man die Blutung behandeln kann. Bei Marcumar-Anwendern ist häufiger als bei anderen Patienten ein Klinikaufenthalt nötig, um die Blutung zu stoppen.
Als Diagnostik kommen etwa die Urinuntersuchung, die Untersuchung mit Ultraschall und schließlich das Röntgen in Frage. Bei der mikroskopischen oder der chemischen Untersuchung sei eindeutig festzustellen, ob der Urin etwa nach dem Verzehr von roter Beete verfärbt ist oder von Blut. Auch sehr schonend für den Patienten sei die Ultraschall-Untersuchung, erläuterte der Facharzt. Große Einblicke lasse diese Diagnosemöglichkeit zu.
Manchmal
ist auch eine Röntgenuntersuchung oder eine Blasenspiegelung
nötig, um festzustellen, woher die Blutung genau kommt. Nur so könne
man auch feststellen, ob die Ursache etwa ein Tumor sei. Bei Marcumar-Anwendern
sei dabei auf die Dosierung des Gerinnungshemmers zu achten.
Schließlich ging der
Facharzt auf die Behandlung von Potenzstörungen
ein. Außer Tabletten seien für Marcumar-Anwender alle bekannten
Methoden tabu, weil sie alle ein hohes Risiko bedeuteten. Neben Viagra
komme das Medikament Apomorphin
in Frage.
In einem weiteren Vortrag
ging Oberärztin Dr. Barbara Bialucha-Nebel auf die Schmerztherapie
bei Marcumar-Patienten ein.
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