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Eine
vernünftige Ernährung erspart
Nahrungs-Ergänzungsmittel
Von
Karl
Heinz Bleß Eine
vernünftige Ernährung
mit viel frischem Gemüse und Obst macht
Nahrungs-Ergänzungsmittel wie Vitaminpräparate
und Mineralstoffe überflüssig. Das ist das Fazit der
Vorträge
beim 10. Patiententreffen für Marcumar-Anwender an der
Kirchberg-Klinik. Mehr als
350 ehemalige Patienten, die in der Regel wegen einer künstlichen
Herzklappe
lebenslang das gerinnungshemmende Medikament Marcumar
einnehmen müssen, waren
zu dem Patiententreffen gekommen.
Zu Vorsicht riet sie allen Marcumar-Anwendern bei Multivitaminpräparaten. Denn viele enthielten einen hohen Anteil an Vitamin K, das die Wirkung des Marcumars beeinflusst. Deshalb sollte man darauf möglichst verzichten. Bei abwechslungsreicher Mischkost kann man auf alle Nahrungsergänzungsmittel verzichten, so ihr Fazit. Über die Bedeutung von Mineralstoffen bei Herzpatienten referierte Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger. Der menschliche Körper bestehe aus etwa 10 Billionen mikroskopisch kleiner Zellen. Und in jeder Zelle finde ein Stoffwechsel statt, wozu Energie benötigt wird. Diese gewinnt der Körper aus Kohlenhydraten, Eiweißbausteinen und Fetten. Mineralstoffe dagegen erzeugten keine Energie, seien aber für den Körperaufbau als Baustoff nötig. Sie müssen dem Körper regelmäßig zugeführt werden, weil er sie nicht selbst herstellen kann. Auch die Muskeln brauchen Mineralstoffe, um arbeiten zu können, erläuterte er am Beispiel des Herzens. Wichtig seien Kalium, Natrium, Magnesium und Calcium. Bedeutsamer sei aber gerade bei Herzpatienten ein Kaliummangel, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann, zur Störung der Darmsteuerung und zur Schwächung der Muskulatur. Als Ursache nannte er eine Fehlernährung und eine zu hohe Ausscheidung. Letzteres komme vor bei länger anhaltendem Durchfall, Hormonstörungen, Nierenkrankheit und vor allem bei der Einnahme von Wassertabletten. Auch viel Lakritz könne den Kaliumhaushalt beeinflussen. Als kaliumreiche Nahrung empfahl der Chefarzt deshalb Obst und hier besonders Bananen, Fruchtsäfte, Gemüse, Vollkornprodukte und Kartoffeln. Zwei Bananen enthalten so viel Kalium wie fünf Kaliumkapseln oder eine Brausetablette, stellte er einen Vergleich her. Auch zu viel Kalium im Körper schadet. Es kann ebenfalls zu Herzrhythmusstörungen und zu Muskelzucken führen. Der wichtigste Grund für solche Erscheinungen sei eine zu geringe Ausscheidung, bedingt etwa durch eine Nierenschwäche. Durch Fehlernährung, Alkoholismus, eine Darmerkrankung oder auch durch Wassertabletten kann auch ein Magnesiummangel verursacht sein, der sich durch Muskelkrämpfe, Darmkrämpfe und Herzrhythmusstörungen bemerkbar macht. Ein Überschuss an Magnesium führt zu Muskelschwäche und zu starker Müdigkeit. Auch hier die Empfehlung: viel Obst essen, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Linsen und Erbsen und auch Milch trinken. Schließlich ging der Chefarzt noch auf die Bedeutung des Eisens ein. Eisen fördert die Bildung von roten Blutkörperchen im Blut und hat eine wichtige Funktion für die Schleimhäute. Eisenmangel führt zu Kurzatmigkeit, Schwäche und Blässe, zu Zungenbrennen und rissigen Mundwinkeln. Ursache ist oft ein hoher Blutverlust, wobei Marcumar-Anwender vor allem an innere Blutungen denken sollten, die am sehr dunklen Stuhl zu erkennen ist. Eisen in der Nahrung findet man in Fleisch- und Vollkornprodukten sowie in Hülsenfrüchten. Bei Spinat, Mangold und Brokkoli müssen Marcumar-Anwender wegen des hohen Vitamin-K-Gehalts ihre Blutwerte besonders genau beobachten.
siehe auch: Vitamine und
Mineralien – und Ergänzungsmittel?
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