|
|
Geringere Blutgerinnung – und dann zum Zahnarzt?
Wer eine künstliche Herzklappe
hat, muss lebenslang ein Medikament einnehmen, das die Blutgerinnung
herabsetzt: Marcumar. Ziel ist es, eine Gerinnung des Blutes an der
künstlichen Herzklappe zu vermeiden. Allerdings bluten
Marcumar-Patienten stärker und länger als andere. Was ist zu tun, wenn
sie zum Zahnarzt müssen, wenn ein Zahn gezogen werden muss oder gar eine
Kieferoperation ansteht? Rund 180
Marcumar-Patienten waren Anfang Oktober 2000 auf Einladung der
Kirchberg-Klinik nach Bad Lauterberg ins Haus des Gastes gekommen, um sich
fortzubilden. Denn, so Chefarzt Dr. Ernst Knoglinger, jeder Marcumar-Patient
muss Experte für seine spezielle gesundheitliche Situation werden, denn nicht
jeder Arzt könne die individuellen Reaktionen des Körpers auf das Medikament
genau kennen. Das könne der Patient selbst am besten. Deshalb setzt sich die
Kirchberg-Klinik auch dafür ein, dass Betroffene den Blutgerinnungswert mit
einem entsprechenden Gerät selbst kontrollieren.
In diesen Fällen
sollte man das Risiko der höheren Blutgerinnung nicht unterschätzen und den
Eingriff in einer Zahnklinik vornehmen lassen, erläuterte Dittmer. Wunden
sollten mit selbstauflösendem Material abgedeckt werden, nicht etwa mit Gaze,
die eine erneute Blutung bei der Entfernung auslösen werde. Ein weiteres Risiko
sei es, an Endokarditis zu erkranken, einer Entzündung
der Herzklappe oder der Herzinnenhaut, wenn bei einem Eingriff Keime durch
die Zahnfleischtasche ins Blut und damit an die Herzklappe gelangen. Um das
zu vermeiden, sollte vorbeugend ein Antibiotikum eingenommen werden. Genauso wichtig, so
der Zahnarzt, sei die Mundhygiene. Wenn bei der
Zahnreinigung das Zahnfleisch blute, soll man mit der Reinigung nicht etwa
aufhören, denn das weise auf eine Entzündung in der Mundhöhle hin, die durch
eine Verunreinigung verursacht werde. Lieber einmal pro Tag sehr gründlich
die Zähne (Zahnseide!) und die Mundhöhle reinigen als mehrmals oberflächlich,
so sein Rat. Hinweis: |
(c) Idee und Realistion dieser Präsentation: Karl Heinz Bleß, Bad Lauterberg, www.bless-online.de